Icon Featurekästen


Icon Featurekästen

Busse, Bettina: ICD-10 und OPS

Cover des Buches "Busse, ICD-10 und OPS" 5. aktualisierte Auflage 2012
» weitere Informationen





Icon Featurekästen

Werden Sie jetzt Mitglied beim DVMD e.V.

Mitglied werden Begleiten Sie uns auf dem Weg zu unseren Zielen!
» Mitglied werden


Berufsbild

Ein vielseitiger Beruf stellt sich vor:
Der/Die Medizinische Dokumentar/in

Aufgabenprofil
Das Aufgabenprofil der Medizinischen Dokumentare/innen (MD) umfaßt die Organisation und Dokumentation, Statistik und Datenverarbeitung in der Medizin.

Ausbildung
Wichtigstes Merkmal der Ausbildung in abgestuften, unterschiedlichen Qualifikationsniveaus ist die Verknüpfung von fundiertem medizinischem und dokumentarischem Wissen mit der Informatik. Erreicht wird dieses Ziel durch den Erwerb von Wissen, Kenntnissen und Handlungskompetenzen in den Fächern Anatomie und Physiologie, Krankheitslehre und Pharmakologie in Verbindung mit der Medizinischen Dokumentation, Klinischen Studien, Statistik und der Literaturdokumentation. Daneben sind Fachenglisch, Krankenhausbetriebslehre und Datenschutz Teil der Ausbildung.

Einsatzmöglichkeiten
Der Vielseitigkeit der Ausbildung entsprechen die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten der MD in Krankenhäusern, medizinisch-wissenschaftlichen Instituten, der pharmazeutischen und der medizintechnischen Industrie, Auftragsforschungsinstituten, Gesundheitsämtern, onkologischen Nachsorgeleitstellen, kassenärztlichen Vereinigungen, Krankenkassen, Softwarefirmen und großen Gemeinschaftspraxen.

Abgestufte Qualifikationsniveaus
Durch unterschiedliche Ausbildungsgänge werden abgestufte Qualifikationsniveaus in der Medizinischen Dokumentation ermöglicht:

In drei Jahren gibt es die Ausbildung zu Medizinischen Dokumentaren/innen an Berufsfachschulen; Eingangsvoraussetzung ist i.d.R. das Abitur. An Fachhochschulen wird ein 8 semestriges Studium mit Abschluß Diplom-Dokumentar/in angeboten.In zwei Jahren (Ausnahme Sachsen: 3 Jahre) werden Medizinische Dokumentationsassistenten/innen an Berufsfachschulen ausgebildet; Eingangsvoraussetzung ist i.d.R. die Mittlere Reife. Auf vergleichbarem Fachniveau erfolgt in drei Jahren die Ausbildung zu Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste im dualen System von Ausbildungsbetrieb und Berufsschule. 

Beruflichen Aufgaben
Zu den beruflichen Aufgaben in den beschriebenen Einsatzbereichen gehört die Patientenbasisdokumentation und die Entwicklung einer elektronischen Patientenakte (EPA), die vielfältigen Anforderungen gerecht werden muß. Im Krankenhaus kann im DRG-Zeitalter eine effektive Behandlungsplanung, eine wirtschaftliche Leistungssteuerung und die geforderte gesetzliche Regelkonformität nur über eine vollständige und valide Verschlüsselung der Diagnosen und Prozeduren gewährleistet werden. Im Team mit Ärzten und Pflege nehmen MD hierbei wichtige Funktionen wahr.

Im Bereich der internen Qualitätssicherung übernehmen MD im Team neben dem Entwurf von Formularen und Bildschirmmasken, die Durchführung von Umfragen, den Aufbau von Datenbanken und die statistische Auswertung der gesammelten Informationen.

Im Rahmen des externen Qualitätsvergleichs leisten MD wichtige Unterstützungsarbeiten für die Datenmeldungen an die Bundesgeschäftsstelle für Qualitätssicherung (BQS).

Datenverarbeitung umfaßt die Betreuung der EDV-Anlagen und deren System- und Anwendungsprogramme, die Planung und Realisierung von Datenbanken für Therapiestudien und Spezialdokumentation sowie die Dokumentation dieses Aufgabenbereichs. Im Krankenhaus sind sie am Aufbau von Krankenhaus-Informations-Systemen beteiligt, bei der Programmierung, der Betreuung und Schulung der Nutzer und der Weiterentwicklung und Anpassung von Software.

MD sind maßgeblich beteiligt bei der Planung, Realisierung und Betreuung von Spezialdokumentationen zu Themen und Fragestellungen aus dem Bereich der medizinischen Forschung, der Arzneimittelprüfung, der Umweltepidemiologie-Untersuchung, der Gesundheitsökonomie Kostenanalyse im Gesundheitswesen und der Epidemiologie.

Statistische Auswertungen bilden ein weiteres Aufgabengebiet. Für klinische Therapiestudien und epidemiologischen Erhebungen Studien erstellen MD Fragebögen in Zusammenarbeit mit Ärzten und Biometrikern. Sie entwerfen entsprechende Datenbanken mit den Bildschirmmasken und prüfen die eingehenden Daten auf Vollständigkeit, Konsistenz und Plausibilität. Sie sind als Data Manager für die Zusammenführung aller eingehenden Daten und die Erarbeitung einer korrekten Auswertewertedatei verantwortlich. Schließlich führen sie die statistischen Auswertungen mit Hilfe von geeigneten Tests und Prüfverfahren am Computer durch, fassen die statistischen Ergebnisse in Tabellen und Schaubildern zusammen und formulieren Teile des Abschlußberichts.

Für die Arzneimittelprüfung entwickeln MD die notwendigen Formulare, führen die Randomisierung durch, überwachen den Verlauf der Studien, die zur Genehmigung eines Präparates notwendig sind, entsprechend den GCP-Richtlinien. MD bilden dabei das Bindeglied zwischen Sponsor und Prüfstelle.

In der Arzneimittelsicherheit sind MD für die Entwicklung und Pflege der Datenbank mit den  Nebenwirkungen zuständig. Ausserdem sind sie für die termingerechte Abwicklung der Meldeverpflichtungen an die jeweils zuständigen Behörden verantwortlich. Dies gilt auch für MDs die in der Arzneimittelzulassung tätig sind.

In der Literatur-Dokumentation führen MD die Auswahl und Beschaffung, die formale Erfassung und die inhaltliche Erschließung medizinischer Literatur ebenso wie Online-Recherchen in geeigneten Literatur-Datenbanken und im Internet durch und überprüfen das Ergebnis der Anfrage entsprechend dem Kundenauftrag auf Relevanz.