Tätigkeitsprofile in der Medizinischen Dokumentation
G. Linczak, U. Roggenbuck, M. Rossi
(Veröffentlichung in Forum der Medizin_Dokumentation und Medizin_Informatik (mdi) 1/2000)
Der DVMD hat im Herbst 1999 eine bundesweite Umfrage zu den Tätigkeitsprofilen in der Medizinischen Dokumentation durchgeführt, die sich über den Verband hinaus auch an Nicht-Mitglieder wandte. Dies war nur nach intensiver Vorbereitung durch die Sektion Aus-, Fort- und Weiterbildung mit Unterstützung durch die KOMSYS AG, Aktive aus den Regionalgruppen Rhein-Ruhr und Berlin sowie fast alle Schulen für Medizinische Dokumentation (MD) bzw. Medizinische Dokumentationsassistenz (MDA) möglich. Wir möchten allen, die sich an der Vorbereitung, der Durchführung und Auswertung der Umfrage beteiligt haben, unseren Dank aussprechen.
Ziel der Umfrage war es zu ermitteln, in welchen Branchen, Arbeits- und Aufgabenbereichen und in welcher Gehaltsstufe die in den Medizinischen Dokumentationsberufen Beschäftigten(*) tätig sind, um dann gezielt potentielle Arbeitgeber, Arbeitsämter, Ausbildungsstätten, DVMD-Mitglieder, Schulabgänger und allgemein Interessierte informieren zu können.
In dem hier vorliegenden ersten Teil werden die Ergebnisse vorgestellt, differenziert nach Qualifikation, Geschlecht und Arbeitgeber (öffentlicher Dienst bzw. freie Wirtschaft). Ein zweiter Teil, der in der mdi 2/2000 erscheinen wird, wird sich vertiefend mit den wechselseitigen Abhängigkeiten von Eingruppierung und Qualifikation, Berufsjahren, Geschlecht und Tätigkeitsmerkmalen auseinander setzen.
Response und allgemeine Angaben
Die Teilnahme an der Umfrage wurde sowohl durch den Postversand von Fragebögen als auch durch den über die DVMD-Homepage angebotenen Internet-Fragebogen ermöglicht. 426 ausgefüllte Fragebögen erreichten uns auf dem Postweg und 317 über das Internet, so daß sich die nachfolgende Auswertung auf n=743 bezieht. Die Responserate der DVMD-Mitglieder lag bei 50% (=577 von 1164); außerdem beteiligten sich 166 Nicht-Mitglieder an der Umfrage. Bei Aufschlüsselung der Beteiligung nach Bundesländern zeigt sich, daß die Länder mit den seit langem bestehenden MD-Schulen sowie die unmittelbar angrenzenden Länder hohe Beschäftigungsanteile aufweisen (Abb. 1): Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen mit zusammen 70.4%. Bemerkenswert ist die relativ niedrige Zahl Medizinischer Dokumentare in Niedersachsen, obwohl die Fachhochschule in Hannover seit 1980 biowissenschaftliche Diplomdokumentare ausbildet (in den nachfolgenden Tabellen als BDok bezeichnet). Die im Ausland Tätigen (n=34) verteilen sich auf die Schweiz, angrenzende Länder der EU, die USA und Kanada.
Qualifikation und Berufstätigkeit
Die jeweiligen Anteile nach Qualifikation weist Abb. 2 aus; dabei besitzen zwei Drittel der TeilnehmerInnen die MD-Qualifikation. 86.1% der Befragten arbeiten in Vollzeit, 4.9% haben dreiviertel Stellen und 7.4% halbe Stellen. Insgesamt gibt es im öffentlichen Dienst mehr Teilzeitstellen (24%) als in der freien Wirtschaft (13%).
Die Auswertung der Berufsjahre ergab, daß ein
gutes Viertel aller Befragten 6-10 Jahre Berufserfahrung angaben und
ein knappes Drittel >= 11 Jahre (Tab. 1).
Dabei verfügen die MDA, verglichen mit dem Gesamtkollektiv, über
weniger Berufsjahre: ein gutes Drittel (36.0% resp. 23.4%) gab bis zu 2
Jahren an; >= 15 Berufsjahre gaben hier nur 1.8% an
(Durchschnittswert: 15.3%). Eine Betrachtung des
Geschlechterverhältnisses weist bei ungefähr gleichen Anteilen in der
Gruppe 6-10 Jahre einen deutlich höheren Frauenanteil bei längerer
Berufstätigkeit und entsprechend bei bis zu 5 Jahren einen relativ
höheren Männeranteil aus (Tab. 2).
(*) Der Lesbarkeit halber im folgenden einheitlich als "Medizinische Dokumentare" bezeichnet, steht dieser Begriff für beide Geschlechter und alle Qualifikationsniveaus
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