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aktuelle Marktanalyse 2006...

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Lesen Sie wie sich die Anforderungen und der Bedarf an Medizinische Dokumentare in den letzten 7 Jahren verändert haben.

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Tätigkeitsprofile in der Medizinischen Dokumentation

Regionale Unterschiede

Tabelle 13 zeigt die Eingruppierung der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes aufgesplittet nach Bundesländern (angegeben sind die Bundesländer mit der höchsten Fallzahl).

Auflistung der BAT und der Verteilung von Medizinischen Dokumentaren in Anzahl und Prozent auf die Bundesländer pro BAT.Auffällig ist hier, dass in Hamburg der Modalwert bei BAT V liegt, während er im Gegensatz dazu in den anderen Bundesländern bei BAT IV liegt. Interessant sind auch die Vc-Eingruppierungen in NRW. Splittet man hier weiter nach Berufserfahrung und Qualifikationsstufe auf, so erkennt man, dass unabhängig vom Qualifikationsniveau (MDA:n=2, MD: n=1, BioDok: n=1, sonstige: n=1) alle aus der Gruppe mit 1-2 Jahren Berufserfahrung kommen. Dieses lässt sich mit dem ca. 20 Jahre alten Ministerialerlass des Innenministeriums NRW erklären, der mit der Begründung, das Berufsbild der medizinsichen Dokumentation sei im BAT nicht erwähnt, eine solche Einstufung von Berufsanfängern vorgibt. Jedoch gibt es in NRW auch einige glücklichere Berufsanfänger, die in BAT IV (n=1) bzw. V (n=3) eingruppiert wurden. In anderen Bundesländern bewegt sich die Einstufung für Dokumentare mit einer Berufserfahrung bis zu 2 Jahren zwischen VI und IV.

Für die nach Chemietarif Bezahlten wurden die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und NRW in Tabelle 14 aufgenommen. Bemerkenswert ist hier, dass in Baden-Württemberg der Modalwert bei E10 und damit unter dem der anderen Bundesländer (E11) liegt, während im Öffentlichen Dienst dieses Bundeslands die Tarifgruppe BAT IV am stärksten vertreten ist (50.72%).

Diskussion

Nach der in den letzten Jahren im DMVD geführten Diskussion über die "Nachdiplomierung" stellt sich bei Betrachtung der vorliegenden Daten die Frage, ob ein Diplom allein ein Garant für eine höhere Bezahlung ist. Gerade die MDA in der Spitzenverdienergruppe zeigen, dass die Hierarchie der Ausbildung zwar bei den Minimal- und Modalwerten der jeweiligen Tarifgruppen häufig eingehalten wird, die ursprüngliche Qualifikation in den oberen Gehaltsklassen aber nicht mehr so ausschlaggebend zu sein scheint. Neben der Berufserfahrung und weiteren Faktoren spielt sicherlich auch das 'Standing' des/der Einzelne/N eine gewichtige Rolle. Jeder repräsentiert tagtäglich den Berufsstand, und ohne ein gesundes Bewusstsein für die eigenen Qualitäten kann man weder seine Fähigkeiten richtig erkennen, noch sich 'gut verkaufen'.

Ob die alte Faustregel 'in der Industrie verdient man mind. 1.000,-- DM monatlich Brutto mehr' noch stimmt, läßt sich anhand der vorliegenden Daten nicht sagen. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass die Budgets der Abteilungen in der Pharmaindustrie, die Dokumentare beschäftigen, immer schmaler werden und es Tendenzen gibt, teure Mitarbeiter durch billigere, jüngere zu ersetzen. Hinzu kommt die Arbeitsplatzunsicherheit durch die Globalisierung.

Die Dokumentare im Öffentlichen Dienst wiederum haben mit dem Problem der zunehmenden Befristung der Arbeitsverträge zu kämpfen (s. Artikel 1), was für die soziale Stabilität genauso unbefriedigend ist wie die Globalisierung in der Pharmaindustrie.

Bei der Eingruppierung stellt sich, wie allgemein bei Bezahlungsfragen, das Problem der Lohngerechtigkeit. Die hier gezeigten Aspekte können für Einzelne eine Orientierungshilfe sein. (Informationen finden sich im Tagungsband Ulm 1994 Monika Binder et al. sowie bei den Betriebsräten und Gewerkschaften. Weiterhin möchten wir darauf hinweisen, dass wir aus Zeitgünden eine individuelle Eingruppierungsberatung NICHT anbieten können)

Da alle Schulen die Fragebogendaten zur Verfügung gestellt bekommen haben, könnten noch eine Vielzahl von Fragen über unser Berufsbild von den Schülern beantwortet werden.

Darüberhinaus wollen wir auf dem 1. Norddeutschen Symposium für Medizinische Dokumentation und Pflegeberufe in Hamburg einen Vortrag halten, in dem Faktoren für bestimmte Eingruppierungen erläutert werden. In den Modellen sind dann - neben den hier gezeigten Einflußfaktoren - zusätzlich die Geschlechterverteilung, die Berufserfahrung und das Anforderungsniveau enthalten. Ergebnisse zur Zufriedenheit im Beruf werden auf der GMDS-Tagung in Hannover vorgestellt.

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