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Busse, Bettina: ICD-10 und OPS

Cover des Buches "Busse, ICD-10 und OPS"

5. aktualisierte Auflage 2012
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Veranstaltungen

  • Seminarprogramm 2017 der DGfM
    30.03.2017 bis 30.11.2017
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  • 17. Herbstsymposium der Deutschen Gesellschaft für Medizincontrolling e.V.
    19.10.2017 bis 20.10.2017
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  • Forschungsprojekt "BDiD - Big Data im Diskurs" der Akademie für politische Bildung Tutzing
    01.11.2017 bis 01.06.2019
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Berufsbild

Ein vielseitiger Beruf stellt sich vor:
Medizinische Informationsmanager

Aufgabenprofil
Das Aufgabenprofil der Medizinischen Informationsmanager umfasst die Organisation und Dokumentation, Statistik und Datenverarbeitung in der Medizin.

Ausbildung
Wichtigstes Merkmal ist die Verknüpfung von medizinischem und dokumentarischem Wissen mit der Informatik und der Statistik. Erreicht wird dieses Ziel durch den Erwerb von Wissen, Kenntnissen und Handlungskompetenzen in den Fächern Anatomie und Physiologie, Krankheitslehre und Pharmakologie in Verbindung mit der Medizinischen Dokumentation, Klinischen Studien, Statistik und der Literaturdokumentation. Daneben sind Fachenglisch, Krankenhausbetriebslehre und Datenschutz Teil der Ausbildung. Es werden verschiedene Ausbildungen und Studiengänge in unterschiedlichen Qualifikationsniveaus und Fachrichtungen angeboten.

Einsatzmöglichkeiten
Der Vielseitigkeit der Ausbildung entsprechen die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten der Medizinischen Informationsmanager in Krankenhäusern, medizinisch-wissenschaftlichen Instituten, der pharmazeutischen und der medizintechnischen Industrie, Auftragsforschungsinstituten, Gesundheitsämtern, onkologischen Nachsorgeleitstellen, kassenärztlichen Vereinigungen, Krankenkassen, Softwarefirmen und großen Gemeinschaftspraxen.

Abgestufte Qualifikationsniveaus

Durch unterschiedliche Ausbildungs- und Studiengänge werden abgestufte Qualifikationsniveaus im Medizinischen Informationsmanagement ermöglicht:

In drei Jahren gibt es die Ausbildung zu Medizinischen Dokumentaren/innen an Berufsfachschulen; Eingangsvoraussetzung ist i.d.R. ein mittlerer Bildungsabschluss. An Hochschulen wird ein 7-semestriges Studium mit Abschluss Bachelor angeboten. In zwei Jahren (Ausnahme Sachsen: 3 Jahre) werden Medizinische Dokumentationsassistenten/innen (MDA) an Berufsfachschulen ausgebildet; Eingangsvoraussetzung ist i.d.R. die Mittlere Reife. Auf vergleichbarem Fachniveau erfolgt in drei Jahren die Ausbildung zu Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMI) im dualen System von Ausbildungsbetrieb und Berufsschule. Bachelorstudiengänge werden an Hochschulen angeboten und haben eine Regelstudienzeit von 7 Semestern. Darin ist ein Praxissemester enthalten. Voraussetzung für das Studium zum Master ist ein Bachelor-Abschluss. Das Masterstudium führt die Inhalte fachlich weiter, vertieft die wissenschaftliche Qualifikation und führt nach vier Semestern zu einem forschungs- oder anwendungsorientierten zweiten akademischen Abschluss.

Beruflichen Aufgaben
Zu den beruflichen Aufgaben in den beschriebenen Einsatzbereichen gehört die Patientenbasisdokumentation und die Entwicklung einer elektronischen Patientenakte (EPA), die vielfältigen Anforderungen gerecht werden muss. Im Krankenhaus kann im DRG-Zeitalter eine effektive Behandlungsplanung, eine wirtschaftliche Leistungssteuerung und die geforderte gesetzliche Regelkonformität nur über eine vollständige und valide Verschlüsselung der Diagnosen und Prozeduren gewährleistet werden. Im Team mit Ärzten und der Pflege nehmen MD hierbei wichtige Funktionen wahr.

Im Bereich der internen Qualitätssicherung übernehmen MD im Team neben dem Entwurf von Formularen und Bildschirmmasken, die Durchführung von Umfragen, den Aufbau von Datenbanken und die statistische Auswertung der gesammelten Informationen.

Im Rahmen des externen Qualitätsvergleichs leisten MD wichtige Unterstützung für die Datenmeldungen an die Bundesgeschäftsstelle für Qualitätssicherung (BQS).

Datenverarbeitung umfasst die IT-Betreuung und deren System- und Anwendungsprogramme, die Planung und Realisierung von Datenbanken für Therapiestudien und Spezialdokumentation sowie die Dokumentation dieses Aufgabenbereichs. Im Krankenhaus sind MD am Aufbau von Krankenhaus-Informations-Systemen beteiligt, bei der Programmierung, der Betreuung und Schulung der Nutzer und der Weiterentwicklung und Anpassung von Software.

MD planen, realisieren und betreuen Spezialdokumentationen zu Themen und Fragestellungen aus dem Bereich der medizinischen Forschung, der Arzneimittelprüfung, der Umweltepidemiologie-Untersuchung, der Gesundheitsökonomie, Kostenanalyse im Gesundheitswesen und der Epidemiologie.

Statistische Auswertungen bilden ein weiteres Aufgabengebiet. Für klinische Therapiestudien und epidemiologischen Studien erstellen MD Fragebögen in Zusammenarbeit mit Ärzten und Biometrikern. Sie entwerfen entsprechende Datenbanken mit den Bildschirmmasken und prüfen die eingehenden Daten auf Vollständigkeit, Konsistenz und Plausibilität. Sie sind als Data Manager für die Zusammenführung aller eingehenden Daten verantwortlich. Schließlich führen sie die statistischen Auswertungen mit Hilfe von geeigneten Tests und Prüfverfahren am Computer durch, fassen die statistischen Ergebnisse in Tabellen und Schaubildern zusammen und formulieren Teile des Abschlussberichts.

Für die Arzneimittelprüfung entwickeln MD die notwendigen Formulare, führen die Randomisierung durch, überwachen den Verlauf der Studien, die zur Genehmigung eines Präparates notwendig sind, entsprechend den GCP-Richtlinien. MD bilden dabei das Bindeglied zwischen Sponsor und Prüfstelle.

In der Arzneimittelsicherheit sind MD für die Entwicklung und Pflege der Datenbank mit den Nebenwirkungen zuständig. Außerdem wickeln sie die  Meldeverpflichtungen an die jeweils zuständigen Behörden termingerecht ab. Dies gilt auch für MD, die in der Arzneimittelzulassung tätig sind.

In der Literaturdokumentation führen MD die Auswahl und Beschaffung, die formale Erfassung und die inhaltliche Erschließung medizinischer Literatur ebenso wie Online-Recherchen in geeigneten Literaturdatenbanken und im Web durch und überprüfen das Ergebnis auf Relevanz.